FuSi-Lifehack: So klappt‘s auch mit dem Safety Plan

Er ist das Herzstück eines jeden sicherheitsrelevanten Entwicklungsprojekts, und das für alle Beteiligten: der Safety Plan. Er gewährleistet die zuverlässige Dokumentation und das Management der Funktionalen Sicherheit. Martin Bayer, Functional Safety Engineer bei Systemtechnik LEBER zeigt, was alles rein muss.

 

Grundsätzlich gilt: der Safety Plan ist das zentrale Dokument im Projekt überhaupt. Er muss alle Informationen und Vorgaben enthalten, die zur Durchführung eines sicherheitsrelevanten Entwicklungsprojekts dazugehören. Das beinhaltet beispielsweise die Lebensphasen, Meilensteine und Verantwortlichkeiten. So wird sichergestellt, dass alle Projektbeteiligten den erforderlichen Überblick haben und ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten kennen – auch externe Projektpartner wie beispielsweise Softwaredienstleister oder die benannte Stelle.

 

Das kommt hinein:

 

Sowie die Benennung sämtlicher dazugehörigen Dokumente. Dafür müssen Vorgaben für die Dokumentation erstellt werden. Ganz banal: wie müssen Dokumente benannt werden, wie abgespeichert, wer ist für die Dokumenterstellung jeweils zuständig und wer prüft das Dokument schlussendlich. All das muss im Safety Plan festgelegt werden, ansonsten läuft man Gefahr, dass sich einzelne Beteiligte in den Verantwortungsbereich eines anderen drängen, oder – noch schlimmer – sich niemand für einen Bereich zuständig fühlt.

 

Der Safety Plan legt aber nicht nur Verantwortlichkeiten fest, sondern auch zeitliche Meilensteine. Jedem Verantwortlichen muss klar sein: Bevor ich mein Ausgangsdokument nicht liefere, kann die nächste Projektphase nicht starten. Denn für die ist mein Ausgangsdokument die Basis – sprich: das Eingangsdokument der Folgephase.

 

Wer stellt den Safety Plan auf – und nach welchen Regeln?

 

In der Regel übernimmt das ein Safety Manager oder Safety Engineer, der für das gesamte Entwicklungsprojekt die sicherheitskritischen Themen auf dem Schirm hat und koordiniert. Man sollte also schon mehr als „ein bisschen Ahnung“ mitbringen, um hier den Überblick zu wahren. Die EN 61508 beschreibt verschiedene Verfahren und Maßnahmen, die im Rahmen des Produktlebenszyklus zur Wahrung der Funktionalen Sicherheit angewandt werden sollten. Und zwar für jede Entwicklungsphase – von der Spezifikation der Sicherheitsfunktion bis zur Validierung werden hier, abhängig vom Sicherheitsintegritätslevel, in der Regel mehrere Vorschläge gemacht, die insgesamt darauf abzielen systematische Fehler zu vermeiden.

Hat man den Safety Plan einmal aufstellt, wird allen deutlich, welche Arbeitspakete zu welchem Zeitpunkt erstellt werden müssen und wer diese verifiziert. Am Ende steht häufig noch die Beurteilung der Funktionalen Sicherheit durch eine benannte Stelle. Das muss nicht „der TÜV“ sein, ein Unabhängigkeitsgrad und natürlich das entsprechende Knowhow sind aber natürlich erforderlich. Hier werden nochmals alle wichtigen Zwischenstationen abgefahren und anhand der erstellten Dokumentation wird die Umsetzung auf Richtigkeit und Vollständigkeit beurteilt. Werden wichtige Punkte der Funktionalen Sicherheit nicht eingehalten, wirft das unter Umständen das gesamte Projekt weit zurück.

Generell ist man gut beraten, neben Experten für Funktionale Sicherheit auch benannte Stellen, Labore oder auch Anwender früh an Bord zu holen. Im Automotive-Bereich sind beispielsweise Testfahrer gefragt, oder im Maschinenbau Anlagenbetreiber, die seit Jahren Maschinen einrichten oder aber mit solchen oder ähnlichen Maschinen arbeiten. Auch Servicetechniker können häufig wichtige Felderfahrung liefern. Viele dieser Erfahrungswerte sind meist leicht zu ermitteln und können vom Produktentwickler teilweise gar nicht antizipiert werden. Vor allem auch im Hinblick auf mögliche Bedienfehler oder gezielte Manipulationen zur vermeintlich komfortableren Maschinenbedienung – Stichwort „vernünftigerweise vorhersehbare Fehlanwendung“ (siehe 2006/42/EG, ANHANG I).

 

Und nicht vergessen: Den Safetyplan allen beteiligten Personen zugänglich machen!


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